جمعه


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Leaving the route 4 - Freies Theater und Ökonomie
Symposion von laPROF

12te-14te Dezember 2008
im Künstlerhaus Mousonturm



Die Anfänge des freien Theaters waren dadurch geprägt, dass jenseits des strukturell wie ökono-misch unflexiblen staatlichen Theaters neue Modelle des miteinander Arbeitens und Wirtschaftens ausprobiert wurden. Im Unterschied zum gesicherten Status als Angehöriger der Stadt- und Staats-theater erhoffte man sich Unabhängigkeit und mehr ökonomische Flexibilität durch
“.die Selbststän-digkeit als „freier Künstler

Unbestreitbar hat das freie Theater bis heute großen Einfluss auf die ästhetische Entwickelung der Darstellenden Kunst, seine ökonomische Basis wird aber immer mehr zum Problem. Nicht nur, weil öffentliche Mittel knapper werden, sondern weil die freie Szene Förder- und Produktionsstrukturen entwickelt hat, die eine dauerhafte ökonomische und soziale Sicherung erschweren. Wie könnten neue ökonomische Konzepte aussehen, welche eine Zukunft der freien Theaterszene sichern? Unter
?welchen Bedingungen arbeitet die freie Szene heute

Ökonomie war seit der Entstehung bürgerlicher Theaterinstitutionen im Kontext der Aufklärung ein zentrales Thema. Die Emanzipation von der höfischen Theaterkultur führte schließlich zu einer weitgehenden Kommerzialisierung des Kulturbetriebs. Dagegen richtete sich anknüpfend an das politische Theater der Moderne seit den 1960er Jahren eine erneute Aufbruchsbewegung: Gerade in der freien Szene wurde Gesellschaftskritik zumeist mit der Kritik an ökonomischen Ungerechtig-keiten verbunden. Sind solche politischen Positionen aber nicht zynisch angesichts der Tatsache, dass die freie Theaterszene durch ihr eigenes Arbeiten ständig auch selbst diese Strukturen repro-duziert, die sie öffentlich kritisiert? In welchem Verhältnis steht die Ökonomie künstlerischer Ar-beit zur Ökonomie eines immer mehr von Konkurrenz und Verdrängung geprägten Unterhaltungs-marktes? Wie thematisieren zeitgenössische Tanz- und Theaterkünstler ökonomische Prozesse? Diesen und weiteren Fragen wird das Symposion im Austausch mit
.einer Reihe von Experten nach-gehen

Kuratiert von Angelika Sieburg und Jan Deck
Konzeptionelle Mitarbeit: Rainer Hartel und Ludwig Maria Vogl
Organisatorische Mitarbeit: Andreas Wellano, Juliane Zauber und Caroline Pretot
Wir danken Martin Baasch und dem Künstlerhaus Mousonturm für ihre Unterstützung bei der Realisierung des Symposions. Gefördert vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst.
:Preise Symposion

Samstag und Sonntag (mit Buffet) 40 Euro (30 Euro ermässigt), Tageskarte 25 Euro (20 Euro ermässigt).

Anmeldung bis 10.12. unter info@laprof.de


Timetable


Freitag 12.12.

17.30 – 18.00
Eröffnung und Begrüssung: Jan Deck

18.00 – 20.00
Vortrag: Patrick Primavesi: Zur (un)möglichen Ökonomie des Theaters
(Buchvorstellung: Das andere Fest. Theater und Öffentlichkeit um 1800)

21.00
Performance im Studio: PostTheater: Napoleon D.

Anschl. Publikumsgespräch


Samstag 13.12.


10:00 – 10:30
Begrüßung und Grussworte

10:30 – 11:00
Einleitung Angelika Sieburg

11:00 – 13:30
“talk : „Freies Theater zwischen Autonomie und Selbstausbeutung

Statements von Katrin Tiedemann und Alexander Opitz
Anschliessend Tischgespräche

13:30 – 14:30
Mittagspause

14:30 – 17:00
“talk „Zwischen Kunst und Dienstleistung – was leistet die freie Szene
Statements von Gordon Vajen, Melanie Suchy , Katja Hergenhahn
Danach Tischgespräche

17.00-17.15
Pause

17:15-18:45
Verflüssigungen* - Podiumsgespräch mit Adrienne Goehler

18:45-19.45
Pause

19.45-21.00
Grundeinkommen für freie Künstler? Podiumsgespräch mit Michael Opielka

21.00
Performance im Studio: PostTheater: Napoleon D.
* Adrienne Goehler“Verflüssigungen”, Wege und Umwege vom Sozialstaat zur Kulturgesellschaft, Campus 2006


Sonntag 14.12.

10:00 – 10:30
Einleitung Jan Deck „Ökonomie als Thema zeitgenössischer Theaterformen“

10:30 – 13:00
“talk „Ökonomie in zeitgenössischen Theater

Tischgespräche mit Max Schumacher, Elke Schmidt, Barbara Gronau , Judith Wilske

13:00-14:00
Mittagspause

14:00 – 17:00
Workshops

W1: Andreas Liebmann
W2: Jochen Roller: "Perform Performing" - Tanz und Ökonomie

17:00 - 19:00
Pause

19:00
Abfahrt zum Gallustheater

20:00
!Performance im Gallustheater: paradiesmedial: Wir werden siegen
anschl. Publikumsgespräch
.Gefördert vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst
Medienpartner: Journal Frankfurt


ReferentInnen


Jan Deck ist Geschäftsführer von laPROF, ansonsten freier Regisseur und Dramaturg. Seit 2008 ist er gemeinsam mit Natalie Driemeyer Leiter des Forum Diskurs Dramaturgie, einer Arbeitsgruppe der Dramaturgischen
.Gesellschaft

Adrienne Goehler ist freie Kuratorin und Publizistin. Sie war u.a. Präsidentin der Hochschule für bildende Künste in Hamburg und Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Belin. In ihrem 2006 erschienenen Buch „Verflüssigungen“ zeichnet sie einen Gegenentwurf zur gängigen politischen Praxis, die Kulturelle Kreativität als ungenutzes
.gesellschafliches Potential ignoriert

Barbara Gronau ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Theaterwissenschaft an der FU Berlin. Zudem arbeitet sie als freie Kuratorin und Dramaturgin.2008 kuratierte sie das internationalen Festival "Palast der
.Projekte© - zum Verhältnis von Theater und Ökonomie" im Berliner HAU

Katja Hergenhahn ist Leiterin der Theaterschule Bohnus in Frankfurt. Neben der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gehört dabei „Business Theater“ zu ihren Schwerpunkten.Ausserdem ist sie Mitglied der Impro-Theatergruppe „Ampere Theater“.

Andreas Liebmann ist freischaffender Autor, Theatermacher und Performer. Dabei erarbeitete er in den letzten Jahren hauptsächlich Performances mit der
°von ihm mitgegründeten Gruppe GASTSTUBE

Michael Opielka Professor für an der Fachhochschule Jena, sowie Geschäftsführer des Instituts für Sozialökologie in Königswinter. Er war bereits in den achziger Jahren ein sozialpolitischer Vordenker und gilt als
.“ Erfinder der Idee des „garantierten Grundeinkommens

Alexander Opitz ist Vorsitzender des Bundesverbandes freier Theater und
.Geschäftsführer des Landesverbandes Freier Theater Baden-Württemberg

Patrick Primavesi ist Professor für Theaterwissenschaft an der Universität Leipzig. Vor kurzem ist im Campus Verlag sein Buch „Das andere
.Fest. Theater und Öffentlichkeit um1800“ erschienen

Jochen Roller ist Choreograf und Tänzer. Seit 1997 enstanden zahlreiche Tanzperformances, unter anderem die Solo-Trilogie „perform performing“, die sich mit der Ökonomie von Tanz und Tänzern beschäftigt. Seine Produktionen touren weltweit. Als Dozent unterrichtete er u.a. im Libanon, in Costa Rica, Singapur und Russland. Seit 2007 kuratiert er das
.Tanzprogramm von Kampnagel Hamburg

Elke Schmidt ist freie Regisseurin und Mitarbeiterin bei verschiedenen internationalen Theaterfestivals seit 1983. Mitbegründerin von zeitraum_ex!t -

“ Büro für Kunst und des Festivals „Wunder der Prärie

Max Schumacher ist Regisseur, Dramaturg, Produzent und Kurator für darstellende Künste. 1999 gründete er „post theater“ in New York, seitdem tourt er mit der Gruppe weltweit. Seit 2003 kuratiert er ausserdem das Festival darstellender Künste der brandenburgischen
.Kunstinitiative Rohkunst-bau

Angelika Sieburg ist Vorsitzende von laPROF und Mitgegründerin des „Wu

“ .Wei Theater Frankfurt

Melanie Suchy ist freie Journalistin mit Schwerpunkt Tanz und schreibt regelmäßig für die Fachzeitschriften Tanzjournal, ballet-tanz, ballett intern, für K.West und das Kulturportal des Goethe-Instituts sowie für die
.Tageszeitungen Rheinische Post und Wiesbadener Kurier

Kathrin Tiedemann ist seit August 2004 künstlerische Leiterin und
.Geschäftsführerin des Forum Freies Theater in Düsseldorf

Gordon Vajen ist Intendant und Künstlerischer Leiter des Theaterhaus Frankfurt, einer freien Spielstätte für Kinder- und Jugendtheater mit mehreren
.eigenen Ensembles

Judith Wilske ist Ökonomin und freie Regisseurin.Sie hat Theaterarbeiten entwickelt, die unterschiedliche Formen von Schauspieler-Zuschauer-Beziehungen untersuchen. Dabei entstanden u.a. „Why do you shop?“ und ihr
“ .aktuelles Projekt „Kinder zu Unternehmern
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Performances


PostTheater : Napoleon D.: post theater [new york / berlin / tokyo] :Napoleon D. - Frankfurt Version

Freitag 12.12. und Samstag 13.12. 21 Uhr Studio Mousonturm

"Napoleon D." ist eine Show über Männer, Pop, Provinz und das Internet. Napoleon Dynamite, der Protagonist des gleichnamigen US-amerikanischen Films ist auf seiner High School ein echter „Nerd". Doch auf einer Wahlkampfveranstaltung für die Schulsprecherwahl gelingt es Napoleon, die ganze Schule mit einem grotesk-großartigen Tanz zu überraschen. Diese Tanzszene aus dem Film hat im Internet einen Kultstatus erlangt. Fast 10 Millionen haben sie auf YouTube gesehen. post theater hat drei Berliner und zwei Frankfurter Choreographen eingeladen, dieses pop-kulturelle Phänomen und den „sexy" Tanz von Napoleon zu interpretieren. Aber das Stück reflektiert auch die Ökonomie des Theaters: Der beste Performer wird vom Publikum prämiert und darf die Abendkasse mit nach Hause nehmen.Konzept / Regie: Max Schumacher (post theater) // Medienkunst / Design: Hiroko Tanahashi (post theater), Yoann Trellu // Choreografie: Martin Clausen (TwoFish), Mathieu Burner & Nabih Amaraoui, Clint Lutes, Norbert Pape und Susanne Zaun // Performer: Martin Clausen, Christian Schwaan, Jan Schiele, Norbert Pape und Matthias Meppelink // Technische Leitung: Fabian BleischTanz-Performance

Karten und Infos: http://www.mousonturm.de/



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!«paradiesmedial: »Wir werden siegen
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nach Texten von Peter Licht und Kurt Tucholsky
Sonntag, 14.12.08 20:00 Gallustheater

Wie bereits in den vorangegangenen Theaterarbeiten von »paradiesmedial« verbinden sich auch hier Film und Bühne szenisch. Das Medium Film eröffnet dabei Einblicke in die Komplexität der Charaktere und deren
.Wahrnehmung / Projektion
»Wir werden siegen! - Vom Ende des Kapitalismus - Augen der Großstadt« ist eine Choreographie zwischen Bühnengeschehen und zwei Leinwänden, zwischen den Texten Peter Lichts und Kurt Tucholskys. Die Bühne zeigt die Akteure während einer unruhigen Nacht, im Wachen, Träumen und in der Zeit dazwischen. Ihre Erinnerungen und ihre Träume sehen wir als Film
Nach »Wüste Zeiten« und »shake...macbeth« ist dies die dritte
.Produktion, die »paradiesemedial« bei uns herausgebracht hat
Von und mit: Ariane Klüpfel, Valerie Lecarte, Dietmar Bertram, Christoph Stein
:Konzept/ Berarbeitung und Regie
Maria Piniella
Filmgestaltung: Tobias Hornig

Karten und infos: http://www.gallustheater.de/

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